Praxissemester

Seit dieser Woche heißen wir drei Studentinnen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster willkommen. Sie absolvieren im Rahmen ihres Lehramtsstudiums ein Praxissemester am Fürstenberg-Gymnasium und gehen für ein Halbjahr in die Schule statt in die Universität. Dabei werden sie im Fachunterricht einzelner Klassen und Stufen hospitieren oder auch unter Anleitung der jeweiligen Fachlehrer selbst einzelne Stunden unterrichten.

Foto (von links): Maike Geppert (Mathematik, Erdkunde), Anna Rößler (Biologie, Sport) und Lena Wellmann (Deutsch, katholische Religionslehre).

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Mit dem neuen Schuljahr begrüßen wir ganz herzlich drei neue Lehrerinnen am Fürstenberg-Gymnasium (Foto von links): Mareike Erdmann tritt mit den Fächern Französisch und katholische Religionslehre ihren Dienst in Recke an, mit der Fächerkombination Biologie und Chemie verstärken Lena Döding und Kerstin Drees das Lehrerkollegium. Während Erdmann und Döding zeitnah das Referendariat beendet haben (Gymnasium Telgte, Emsland-Gymnasium Rheine), wechselt Drees vom Angela-Gymnasium Osnabrück nach Recke. Sie hatte ihr Referendariat bereits im Jahr 2004 erfolgreich am Fürstenberg-Gymnasium abgeschlossen und kehrt somit an eine vertraute Wirkungsstätte zurück.

danke

„Wir sind für die Erfahrungen mit der ganzen Schulgemeinschaft dankbar. Danke!“, lauteten die Abschiedsworte von vier Lehrern bei der feierlichen Entlassung in der Mensa des Fürstenberg-Gymnasiums. Mit Beginn der Sommerferien gingen Dr. Ferdinand Fasse, Rainer Grüter und Josef Lampe in den Ruhestand; Bianca Dörhoff zog es aus privaten Gründen nach Paderborn und wechselt die Schule. Alle vier hätten es geschafft, etwas in der Schule zu installieren, was vorhanden bleibe, von dem die Zurückbleibenden weiterhin profitieren könnten, würdigte Schulleiter Michael Kamlage die nachhaltige Wirkung der scheidenden Kollegen. Das betreffe den Bereich der Sprachen, aber auch den Bereich Schule insgesamt, hätten sie doch in der Funktion als Lerncoach, als Klassenlehrer, als Begleiter auf Klassen- und Studienfahrten, als Projektleiter und in den vielen Stunden als Fachlehrer Wissen über den Umgang mit Schülern angehäuft. Ihre Leidenschaft für Sprachen spiegelte sich in poetischen, dramatischen und musikalischen Beiträgen der Entlassfeier wider.


„Viva Bianca“
Wie ihre drei Kollegen wäre Bianca Dörhoff auch gerne bis zur Pensionierung am Fürstenberg-Gymnasium geblieben, wenn ihr da nicht etwas anderes dazwischen gekommen wäre. „Viva Bianca“ sangen die Fachschaften Spanisch, Französisch und Sozialwissenschaften zum Abschied. Die Französischlehrerinnen fanden zahlreiche Assoziationen wie „Belle“, „Immer lächelnd“, „Authentisch“, „Nachtaktiv“, „Crazy“ oder „Austausch“ zur Beschreibung ihrer geschätzten Kollegin. Michael Kamlage hob ihren unermüdlichen Einsatz für den Frankreichaustausch hervor, in dessen Genuss er selber mehrfach kommen konnte. Für die kontinuierliche Teilnahme an den DELF-Prüfungen sei die Schule gerade ausgezeichnet worden. Genauso habe Frau Dörhoff die Facharbeiten und vor allem das Programm „13 plus“ betreut. „Das Wissen über Kinder, das Sie sich im Rahmen der Lerncoachingausbildung und-praxis angeeignet haben, nehmen Sie mit an Ihre neue Wirkungsstätte ebenso wie Ihre Freude an den Kindern, am Leben überhaupt, ebenso wie Ihre Kreativität, Ihre Spontanität, Ihre Impulsivität und Ihre Fähigkeit, jede Aufregung letztlich doch in ein gut wahrnehmbares Lachen zu überführen. Mögen Sie all das in Ostwestfalen behalten.“


Großartiges Spiel der Deutschlehrer Dr. Fasse, Grüter und Lampe
Gleich drei Deutschlehrer und vielfach erprobte Klassenlehrer gehen mit Fasse, Grüter und Lampe in den Ruhestand. Alle drei zeichne eine Grundhaltung aus, die sich durch Ruhe und Beständigkeit im Sinne einer „erdenden Unaufgeregtheit“ beschreiben ließe, so Kamlage. Nicht nur in der Regie, sondern auch auf der Bühne zeigten die drei Pensionäre Talent: Rainer Grüter in Dürrenmatts „Romulus der Große“, Dr. Ferdinand Fasse als alter Mann in der „Lysistrata“ des Aristophanes und Josef Lampe als geistig zurückgebliebener Königssohn in Dürrenmatts „Ein Engel kommt nach Babylon“. In einem fiktiven Fußballspiel ließen die Kommentatoren Kerstin Rehermann und Martin Eichholz die drei als Fußballspieler auftreten – Team Fürstenberger gegen das Team Kultusministerium. Lampe im Tor, Fasse und Grüter in der Offensive. Geistige Fitness und geniale Teamarbeit ließen „Die Mannschaft“ schließlich mit 3:0 gewinnen. Großartig! Ein „Sommernachtstraum“! Für ihren Einsatz erhielten die Deutschlehrer einen Ehrenmitgliedsausweis für die Schulbücherei. Geschenke und liebe Abschiedsworte durch die einzelnen Fachschaften, durch den „Arbeitskreis Erprobungsstufe“ und durch Mitarbeiter der Verwaltung durften dann auch nicht fehlen.


Zuhören leicht gemacht
Durch Herrn Fasses besondere Begabung, „vorkommende Personen in lebendig variierenden Stimmlagen vorzustellen und das Spannende des Erzähltextes deutlich werden zu lassen“, sei den Schülern das Zuhören leicht gemacht worden, stellte bereits 1983 Schwester Elisabeth in ihrem Bericht fest. Großartig inszeniert und unvergessen dürfte auch der Festakt zum 50-jährigen Schuljubiläum gewesen sein, der wesentlich auf die Arbeit von Dr. Fasse zurückging. Seine Kreativität und Humor seien „unabdingbare Voraussetzung“ für diese Arbeit und für die angenehme Zusammenarbeit an sich gewesen, blickte Kamlage in einem Blitzlicht zurück. Fasses Einsatz für die Schule – auch sichtbar in den Schreibwettbewerben – habe sich ebenso in den Bereichen „Schulentwicklung“ und „katholisches Profil“ der Schule gezeigt, an deren Arbeit sich das Schulprofil ausschärfen sollte.


Mehr als nur Bücher
„Wir behalten von Ihnen die Oberstufenbibliothek und vor allem den neuen Bücherschrank auf dem Schulhof zurück“, stellte Kamlage den auffälligen Bezug Rainer Grüters zu Büchern heraus. „Ihr eigentliches Ziel war immer die Leseförderung der Schülerinnen und Schüler an unserer Schule.“ Die Förderung der Rechtschreiberziehung, journalistischer Arbeit, die Austragung zahlreicher Geschichtswettbewerbe und die Durchführung von Deutschförderkursen in der EF könne man Herrn Grüter zuschreiben. Ein Großteil der Erfolge sei sicherlich auf seine „ruhige, immer intensive und gewissenhafte Arbeit zurückzuführen, die auf die Schüler positiv wirkt“, dankte der Schulleiter dem Neupensionär. Zusammen mit Dr. Ferdinand Fasse gelte Rainer Grüter als „der absolute Berlinexperte, der viele Fahrten dorthin organisiert und durchgeführt hat.“ Diese Tradition lebe im Rahmen der Studienfahrten weiter.


Wenn ein Ufo mit Außerirdischen auf dem Schulhof landet
Wenn ein Ufo mit Außerirdischen auf dem Schulhof landet, dann wohl nur in den Geschichten von Josef Lampe – dachte er auch wohl selbst, bis genau das in der letzten Schulwoche während seines Unterrichts passierte (als eigener Artikel in der nächsten Jahresschrift). Auch hier zeigten sich Lampes Humor und Selbstironie, der viele Schüler in den Genuss seiner Geschichten und Theaterproduktionen kommen ließ. Etwas Seltenes habe der Studiendirektor geschafft, „nämlich die Etablierung und Durchsetzung einer Grundhaltung im Kollegium zum Umgang mit Kindern, vor allem in der Erprobungsstufe“, so Kamlage bei der feierlichen Entlassung. „Mit ziemlicher Beharrlichkeit gehen Sie auch kleinen Problemen nach, bleiben dran, wenn ein Kind Schwierigkeiten bekommt. Die Klassen- und Fachlehrer vertrauen auf Ihren Rat.“ Nicht nur mit der Schulbücherei und mit dem Bereich „Lernen lernen“, sondern vor allem mit dem „Arbeitskreis Erprobungsstufe“ werde Lampes Arbeit fortgeführt.


„Wir müssen erst einmal die Tragweite von ‚Wir sind dann mal weg‘ begreifen.“
Es gab auch poetische Kostbarkeiten wie die von Dr. Ferdinand Fasse, der aufstand, um ein Gedicht mit Anstand zum Ausstand und Ruhestand vorzutragen. „Wir müssen erst einmal die Tragweite von ‚Wir sind dann mal weg‘ begreifen,“ drückte er stellvertretend die Gedanken aller vier Kollegen zum Abschied aus im Vertrauen auf die neuen Wege. Zum Schluss sangen die scheidenden Kollegen – darunter Rainer Grüter an der Gitarre – ein eigens geschriebenes Lied mit dem Titel „Wir sind Schule“, das die Fürstenberger als ganz besonderes Team beschreibt.

Diashow als nicht gelisteter, d.h. nicht allgemein öffentlicher Beitrag bei Youtube