Fortbildung Spotlight

„Spotlight – Theater gegen Mobbing“

Provinzial fördert pädagogisches Engagement am bischöflichen Fürstenberg-Gymnasium Recke

Soziales Miteinander als Voraussetzung für gutes Lernen wird am Bischöflichen Fürstenberg-Gymnasium in Recke großgeschrieben. Deswegen sind Angebote sozialen Lernens im Schulalltag verankert, so z.B. das Projekt „Spotlight – Theater gegen Mobbing“, das von der Westfälischen Provinzial Versicherung gefördert wird.

Alarmierende Zahlen belegen: Mindestens jedes siebte Kind ist im Laufe seiner Schulzeit von Mobbing betroffen, beinahe jedes achte Kind schikaniert selbst seine Mitschüler. In Zeiten von sozialen Medien wie WhatsApp, Facebook und Co. verbreiten sich peinliche Bilder oder gemeine Kommentare blitzschnell. Ziel von Spotlight ist es, Schüler für die verschiedenen Arten des Mobbings zu sensibilisieren und Konfliktsituationen in Klassen zu deeskalieren.

Das Spotlight-Konzept – Teil des westfalenweiten Präventiv-Programms „Stark im MiteinanderN“ – trägt Früchte. Denn es gehört mittlerweile an vielen Schulen zum festen Bestandteil des Schulprogramms. Bisher wurde das Theater gegen Mobbing vom Arbeitskreis Soziale Bildung und Beratung (asb) durchgeführt. Nun hat sich ein Lehrerteam gebildet, um den Projekttag in Eigenregie an der Schule umzusetzen. Die Provinzial unterstützt das Engagement der Lehrer durch eine Fortbildung, in der die Inhalte des Spotlight-Theaters gemeinsam weiterentwickelt und individuell angepasst werden: „In der Fortbildung reflektieren wir gemeinsam die bisherige Arbeit gegen Mobbing und Gewalt und setzen neue Impulse für die erfolgreiche und somit nachhaltige Weiterarbeit ", erläutert asb-Mitarbeiterin Annette Michels.

Provinzial-Geschäftsstellenleiter David Sandmann ergänzt: „Es ist immer eine gute Investition in die Zukunft, die Schule zu einem lebenswerten Ort zu machen. Daher unterstützen wir die Fortbildung gern."

  

Das Problem: Mobbing unter Schülern

Von Mobbing spricht man, wenn ein einzelner Schüler über einen längeren Zeitraum systematisch fertiggemacht wird („Psychoterror“). Dies fängt oft mit Hänseleien an und führt über permanente Erniedrigungen zur Ausgrenzung und vollkommenen Isolierung. Die Auswirkungen insbesondere für die Gemobbten sind verheerend: Sie reichen von starkem Leistungsabfall oder gar Schulabbruch bis hin zu Angstzuständen und psychosomatischen Erkrankungen. Einigen scheint Selbstmord der einzige Ausweg. Schulen sind hier aufgefordert, in akuten Mobbingsituationen angemessen zu reagieren. Dies gelingt zum einen durch die Einrichtung eines Frühwarnsystems, damit sich beginnende Erniedrigungen nicht verfestigen können. Zum anderen ist es wichtig, präventiv tätig zu werden, damit soziale Ausgrenzungen im Keim erstickt werden und alle Beteiligten wissen, was sie tun können.

 

Die Maßnahme: „SPOTLIGHT – Theater gegen Mobbing“

Das zentrale Instrument von Spotlight im Umgang mit Schüler-Mobbing ist ein Schulprojekttag für die Klassen 6-8. Spotlight kann sowohl zur Prävention von Mobbing als auch zur Intervention in akuten Mobbingsituationen eingesetzt werden. Seit 2002 führt der asb – Arbeitskreis soziale Bildung und Beratung e.V. – das Projekt „SPOTLIGHT – Theater gegen Mobbing“ mit Förderung der Provinzial erfolgreich an weiterführenden Schulen in ganz Westfalen durch. Seit 2004 werden westfalenweite Fortbildungen angeboten, in denen die Inhalte und Arbeitsweisen von Spotlight an Lehrer und Schulsozialarbeiter vermittelt werden. Etwa 1.500 Lehrer sind inzwischen in den Spotlight-Methoden ausgebildet worden, so auch die Lehrer des Fürstenberggymnasiums Recke.

Eine große Anzahl an Schulen führt den Spotlight-Projekttag inzwischen in Eigenregie mit eigenen Kollegen durch – an vielen Schulen ist Spotlight somit als Teil des Schulkonzepts gegen Mobbing und Gewalt etabliert.

  • Das Präventivprogramm Stark im MiteinanderN zeigt seit 2001 Schülern Wege ohne Gewalt, Mobbing und Vandalismus auf. Es wurde mehrfach evaluiert und neuen Entwicklungen angepasst. Für die erfolgreiche Arbeit erhielten die Programmpartner Auszeichnungen, wie den „Deutschen Förderpreis der Kriminalprävention“ sowie den ENTERPreis für vorbildhaftes gesellschaftliches Engagement (Provinzial).
  • Träger: Westfälische Provinzial Versicherung, Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe, Schulpsychologische Beratungsstelle der Stadt Münster, arbeitskreis soziale bildung und beratung.
  • Programmbausteine sind: Der Magic Circle verbessert die Akzeptanz und Wahrnehmung von Schülern, das Fair Mobil fördert gemeinsame Problemlösungen durch teamorientiertes Handeln, Spotlight richtet sich gegen Mobbing und Cool at School fördert Courage und Engagement gegen Vandalismus
  • Methoden und Medien:  Pädagogische Leitfäden zur Durchführung von Gesprächskreisen (Magic Circle), ein ideenreicher Erlebnisparcours (Fair Mobil), Theaterpädagogik (Spotlight – Theater gegen Mobbing) sowie Fortbildungen, Aktionshandbuch und Kreativwettbewerb zur Vandalismusprävention (Cool at School).  Infos zum Programm unter www.miteinandern.de

Erstveröffentlichung am 09.06.2017 in der Ibbenbürener Volkszeitung

Mobbing

Soziales Lernen wird am Fürstenberg-Gymnasium großgeschrieben. Einen Baustein stellt der Projekttag „Spotlight – Theater gegen Mobbing“ für die sechsten Klassen dar, der in der vergangenen Woche durchgeführt wurde. Mobbing zu erkennen, die Perspektive des Ausgegrenzten einzunehmen und  Strategien der Klassengemeinschaft gegen Ausgrenzungen zu entwickeln, waren die Schwerpunkte des Tages.  

Klassenweise schauten die Sechstklässler zunächst einen Spielfilm mit dem Thema „Mobbing“. Anschließend spielten sie eine selbst ausgesuchte Szene aus dem Film nach und versuchten in dem Rollenspiel die Gefühle der gemobbten Personen aufzudecken. Um die Mobbingsituation in der Klasse aufzulösen, erkannten die Teilnehmer schnell, dass gemobbte Schüler im Sinne von „sich für jemanden einsetzen“ (siehe Foto) auf die entschiedene Hilfe der Klassenkameraden angewiesen sind. Der Weg aus der „Mobbingfalle“ führte über Schülergespräche im Plenum zu unterschiedlichen schülerorientierten Lösungsstrategien.

Können solche Konflikte auch in der eigenen Klasse auftreten? Diese Frage diskutierten die Schüler anschließend nach Geschlechtern getrennt mit den betreuenden Lehrern. Zum Abschluss des Projekttages kamen die Schülerinnen und Schüler in der Klasse wieder zusammen, um zu klären, ob es geschlechtsspezifische Konflikte zwischen Mädchen und Jungen gibt. Der Tag endete schließlich mit gruppendynamischen Spielen.

Der Arbeitskreis soziale Bildung und Beratung e.V. (asb) Münster hat unter dem Titel „SPOTLIGHT — Theater gegen Mobbing“ einen Projekttag für die Klassen 6 entwickelt, der die Schülerinnen und Schüler für das Thema „Mobbing“ sensibilisiert und konkrete Mobbingsituationen in den Klassen beleuchtet. Zehn Lehrerinnen und Lehrer des Fürstenberg-Gymnasiums haben an einer entsprechenden Fortbildung teilgenommen und begleiten jedes Jahr das theaterpädagogische Projekt.

Mobbing-PräventionDie Beratungslehrer der Schule, Barbara Buchalle und Christian Kipp, hatten die Eltern der Klassen 6 zu einem Informationsabend zum Thema Mobbing-Prävention eingeladen. Als Referenten hatten sie Andreas Raude und Tina Bücker, Referenten vom asb (Arbeitskreis Soziale Bildung), eingeladen.

Tina Bicker und Andreas Raude vom asb (Arbeitsgemeinschaft für Soziale Bildung) aus Münster informierten die Eltern der vier Klassen 6 über den im November stattfindenden Projekttag zur Mobbing Prävention ihrer Kinder. Eingeladen dazu hatte das Beratungslehrerteam der Schule, dazu gehören Barbara Buchalle, Christian Kipp und Hubert Venne.

 

Mobbing PräventionIn eigener Verantwortung und Regie führten neun Lehrerinnen und Lehrer des Fürstenberg-Gymnasiums zum ersten Mal einen Mobbing-Präventionstag für die vier Klassen 8 durch. Nach einer zertifizierten Fortbildung durch den asb (Arbeitskreis soziale Bildung und Beratung) über 33 Stunden und der Hospitation beim Tag der Klassen 6 vor einigen Wochen gingen die Lehrerinnen und Lehrer Eva Bachmann, Maria Bertels, Barbara Buchalle, Christian Kipp, Josef Lampe, Marita Niggemann-Werth, Julia Sandmann, Séverin Sandmann und Melanie Schumacher jetzt jeweils in Zweier-Teams in die Klassen.