Wir fangen gerade erst an

Theater-AG des Fürstenberg-Gymnasiums feiert ausdrucksstarke Premiere

Lebt es sich im Gefängnis tatsächlich besser als im Seniorenheim? – Der Einladung zur Premiere der Komödie „Wir fangen gerade erst an“ waren am Freitagabend knapp 300 Zuschauer in die Aula der Fürstenbergschulen gefolgt. Das erfahrene Schülerensemble unter der Regie von Markus Hesse zeigte eine ausdrucksstarke, lustige und einfühlsame Erzählung fünf rüstiger Rentner, die sich ihren Traum vom Glück jenseits des Altenheims erfüllen wollen.
In der Seniorenresidenz mit dem wohlklingenden Namen „Diamant“ spitzt sich die Situation zu: Denise Schierbaum als Schwester Barbro und Jens Brüggemann als Heimleiter Mattson lassen in ihrer rücksichtslosen Tonart erkennen, dass ihnen mit drastischen Sparmaßnahmen das eigene finanzielle Wohl mehr am Herzen liegt als das der Bewohner.
Eine Fernsehreportage bringt die Senioren auf den Gedanken, im Gefängnis lebe man deutlich komfortabler als in ihrem Altenheim. In der Vorbereitung auf ein Verbrechen – schließlich müssen sie ja kriminell werden, um ins Gefängnis zu kommen – zeigt sich Märtha (Mandy Schwienhorst) schnell als Ideengeberin und selbstbewusste Anführerin der eingeschworenen Rentnerbande. Der Plan: „Den Reichen das Geld nehmen, um es den Armen zu geben.“
Im Fitnessstudio – dargestellt durch einen schuleigenen Videobeitrag – gibt sie die Richtung vor, um auch den rückenleidenden und mal schläfrig, mal euphorisch wirkenden Kratze (Michael Brüggemann) auf Hochtouren zu bringen. Für ihr erstes Verbrechen quartieren sich die fünf Senioren in einem Luxushotel mit stilgerechtem Butler (Tabea Meck) ein. Spätestens dort offenbart sich Geldgeberin Anna-Greta (Anna-Maria Bergmann) als launische Diva innerhalb des Quintetts. Stina (Ricarda Hülsmann) fällt hingegen durch ihre Schusseligkeit auf, weil sie oft die richtige Brille sucht. Derweil zeigt sich Snille (Pius Nospickel) als kluger, erfinderischer Kopf innerhalb der Bande. Der Plan, schwerreiche Gäste im Wellnessbereich des Hotels zu bestehlen, gelingt nicht so wie erhofft – die ersehnte Gefängnisstrafe bleibt aus.
Mithilfe einer gutgläubigen Museumsführerin (Malin Hörnschemeyer) und ihrem gebrechlichen Auftreten schafft es die Truppe, kostbarste Gemälde zu stehlen und ein Lösegeld in Höhe von 10 Millionen Euro zu erzwingen, das unerklärlich verschwindet. Erst mit Nachdruck nehmen die Polizisten Strömberg (Sara-Marie Zweihoff) und Petterson (Sebastian Kreling) die Selbstanzeige der Rentnerbande ernst, ehe die Gefängniswärterin (Katharina Bergmann) die ordnungsgemäße Inhaftierung der grauhaarigen Gauner vornimmt.
Im Gefängnis scheint dann vieles besser zu sein, redet sich Kratze sein, obwohl die Bande nach Geschlechtern getrennt untergebracht ist, wie Snille bedauerlicherweise feststellen muss. Die Performance und die Anwesenheit des Unterstufenchores unter der Leitung von Eva Bachmann sorgen zusätzlich für Gangsteratmosphäre. Und in dieser Umgebung knüpfen Märtha, Anna-Greta und Stina Kontakt zu den dubiosen und zugleich lustigen Gestalten Jugo (Anne Philipp) und Chantal (Anna Hannebohm), um einen Bankraub zu planen. Wegen guter Führung frühzeitig entlassen sind die Senioren schließlich wieder im Haus „Diamant“ vereint. Dabei führen sie in einem Katz-und-Maus-Spiel die beiden Polizisten Strömberg und Petterson immer wieder an der Nase herum. Mithilfe von Anna-Gretas Internetbekanntschaft Gunnar (Anne Philipp) gelingt der finale Millionenraub, an dem sich die geldgierige Heimleitung bedient, aufgrund einer geplatzten Farbpatrone in der Geldkassette aber als vermeintlicher Täter in Szene gesetzt wird. In Freiheit – jenseits des Seniorenheims und jenseits des Gefängnisses – beginnen die Senioren schließlich das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Erstveröffentlichung am 13.11.2017 in der Ibbenbürener Volkszeitung

 

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Theater-AG

„Wir fangen gerade erst an", so der Titel des diesjährigen Theaterstückes der Theater-AG des Fürstenberg-Gymnasiums. Nicht ganz ernst gemeint und mit viel Witz präsentiert sich hier ein  Stück, welches sich mal auf lustige Art und Weise mit dem Thema Alter beschäftigt. Ein Seniorenheim, eine neue Leitung, die nur auf Sparen aus ist. Wo wird gespart? Bei den alten Leuten. Fünf der alten Herrschaften fangen an sich zu wehren, als sie durch Zufall einen Bericht eines Gefängnisses sehen und beschließen: Wir wollen auch dort hin, dann geht es uns besser als hier! Der Haken: Sie müssen kriminell werden!  Gesagt, getan! Nach anfänglichem Tiefgang klappt es, und ihr Plan geht auf. Mit dem Plan, die Welt der Senioren mit einem selbst gegründeten Diebstahlfond zu verbessern, drehen sie das ganz große Ding! Aber kann es sein? Können diese alten gebrechlichen Menschen solche Dinge tun? Keiner glaubt das... Die neue Leitung ist auf Zack, aber ist sie und auch die Polizei den Senioren gewachsen? Das diesjährige Stück der Schüler des Fürstenberg-Gymnasiums verspricht wieder mit viel Witz das Publikum zu unterhalten.

Die Premiere findet statt am Freitag, den 10. November, um 19.30 Uhr in der Aula des Fürstenberg Gymnasiums. Eine weitere Aufführung am Sonntag, den 12. November, um 17 Uhr und die Denier dann am Montag, den 13. November, um 19.30 Uhr. Eintritt für Erwachsene 4 Euro und für Schüler 3 Euro.

Karten im Vorverkauf bei Volk und Lührmann in Recke, in der Woche vor der Premiere jeweils in den Pausen in der Schule und an der Abendkasse!

Kleine Gauner

Schnelles buntes Spiel der „Kleinen Gauner“ begeisterte die Zuschauer der Premiere – Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler beim Musical der Realschule

Zweieinhalb Stunden buntes Schauspiel, Gesang und Tanz in immer neuen farbenfroh-bunten Kostümen – Das Musical „Kleine Gauner“ des Musiktheaterspielkreises der Fürstenberg-Realschule war ein Hochgenuss für Augen und Ohren! 124 Akteure sorgten bei der Premiere am Freitagabend in der Aula der Schule auf und hinter der Bühne für ein nicht enden wollendes kurzweiliges und rasantes Theaterspiel!

Eigentlich war alles ganz einfach: Die Handlung um den Waisenjungen im Italien des 18. Jahrhunderts. Er findet einen Priester. Der nimmt Taschendiebe und Straßenkinder in seine „Casa“ auf. Wenn auch in der Handlung, in den Kostümen und im Bühnenbild Stereotypen durchaus bedient werden, so hat die Handlung Tiefgang und bohrt mit kritischen Fragen nach reich und arm, an Grundfragen der Ordnung der Gesellschaft.

Die Schauspieler in ihren Kostümen, die Detail getreu reiche Kinder/ arme Kinder abbilden, nehmen die Zuschauer mit in ihr soziales Milieu. Packend und überzeugend stellen sie das dramatischen Ringen um einen Ausweg zwischen Aufruhr und Resignation dar.

Der Chor unter der äußerst präzisen Stabführung von Eva Bachmann begleitet und kommentiert der Chor die Bühnenhandlung. Zu einem Klangkörper haben sich der Chor der Realschule und der Unterstufenchor des Gymnasiums für diese Aufführung zum wiederholten Male zusammengefunden.

Applaus auf offener Bühne erhielten die Tänzer, die immer wieder und in immer neuen Kostümen das szenische Spiel unterbrachen oder sich auch in die Handlung einfügten. Die ehemalige Schülerin Sandra Pietruschka hatte die vielgestaltigen Choreografien eingeübt.

Andrea Jasper schminkte die Mimen wie immer überzeugend unaufdringlich zeit- und milieugerecht. Bernadette Schulte-Kohne hatte mit einer nicht enden wollenden Zahl von überraschender Bühneneinfällen das Spiel eingeübt. Tim Löffel und Elke Müller arbeiteten an der überzeugenden Einstudierung dieses Spektakels mit mehr als 100 Schülern auf der Bühne mit.

Peter van Briel hat dieses Musical mit einem Blick auf die historischen Vorbilder Philipp Neri und Don Bosco geschrieben und auch die Musik komponiert. Bernadette Schulte-Kohne, von der auch die reiche Ausstattung an Schmunzeln machenden  Requisiten kommt, hatte die Dialoge an Recke angepasst. So kam der Aal aus dem Kanal, das Schwein aus dem Buchholz. Der echte italienische Eismann mit seinem Wägelchen kam als Schülervater direkt vom Markt in Recke! Das raumfüllende und adäquate Bühnenbild hatte Schulpfarrer van Briel selbst in Rom fotografiert.

Ulrich Staubach-Vallée hatte die musikalische Gesamtleitung. Mit Bedauern wiesen am Schluss des Abends die Schulleiter darauf hin, dass er mit den „kleinen Gaunern“ sein letztes Musical aufgeführt habe. Für seinen 37-jährigen Einsatz für den Musiktheaterspielkreis der Realschule erhielt er den Dank der Schule, einen „Oscar“ und stehenden Applaus der Premierenbesucher.

Erstveröffentlichung am 13.03.2017 in der Ibbenbürener Volkszeitung

Fotos: Volker Lünnemann

Die letzte Aufführung des Musicals ist am Donnerstag, den 16.März, um 17 Uhr.

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