Arbeitsgruppe gegen Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

Auf der ersten Schulpflegschaftssitzung des Schuljahres 2010/11 wurde das Bedürfnis vieler Eltern offenkundig, gerne Unterstützung zu haben im Umgang mit Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Spontan erklärten sich noch am gleichen Abend vier Mütter und Väter bereit, sich näher mit der Thematik auseinander setzen zu wollen. Auch Herr Dörhoff als Mittelstufenkoordinator und ein Vorstandsmitglied der Schulpflegschaft signalisierten ihre Bereitschaft, die Gruppe zu unterstützen, so  dass schnell ein sechsköpfiges Team entstand.

Nach einigen internen Treffen, an denen sich zwischenzeitlich auch die Schülersprecher, Vertrauenslehrer und die Schulleitung beteiligten, wurde ganz deutlich, dass das Thema „Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen“ eng einhergeht mit dem Aspekt der Sozialkompetenz der Betroffenen. In den nächsten Wochen wurden daher Kontakte geknüpft zu Vertretern des Kreisjugendamtes und der Kreispolizeibehörde. Mit deren Unterstützung erarbeitete die Gruppe genaue Vorstellungen darüber, wo genau die Probleme angesiedelt sind und wie man diesen auf Schüler-, Eltern- und Unterrichtsebene noch besser begegnen kann.

Das Thema „Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen“ ist jedoch in erster Linie ein privates Problem, das in den Familien zuhause anfällt. Es war daher im nächsten Schritt erforderlich, ein Meinungsbild der Elternschaft einzuholen. So wurde ein Fragebogen entwickelt, der an hand von sieben geschilderten Situationen Aufschluss geben sollte über die Einstellung zum Alkoholkonsum und damit zusammenhängenden Begleitsituationen (Ausgehzeiten, Auswärtsübernachtungen, etc.).

Die Beantwortung dieses Fragebogens und die Auseinandersetzung mit dem Thema war dann im Frühjahr 2011 Aufgabe der eingeladenen Klassenpflegschaftsvorsitzenden/Vertreter der Klassen sechs bis neun. Mit Unterstützung der Experten von Jugendamt und Kreispoli zeibehörde wurde an diesem Abend das Thema „Alkoholmissbrauch“ näher erörtert, der Fragebogen von jedem persönlich ausgefüllt und überlegt, welche Schritte weiterhin verfolgt werden sollten.

Inspiriert von diesem Eindrücken und Erkenntnissen war es in den sich anschließenden sechs Wochen danach Aufgabe der Klassenpflegschaften, zu Stammtischen im Klassenverbund einzuladen. Dort wurde dann auf großer Ebene das Meinungsbild der gesamten Elternschaft eingeholt. Die Auswertung aller Fragebögen ergab folgendes Ergebnis:

Sowohl die Ergebnisse des Fragebogens als auch die persönlichen Beiträge der Eltern auf den Abendveranstaltungen zeigten deutlich, dass die Elternschaft zwar klare Vorstellungen zum Thema hat, es aber in der Praxis schwierig zu sein scheint, diese auch umzusetzen. Erneut fand daraufhin ein Austauschgespräch statt zwischen dem sechsköpfigen Team und den Experten von Jugendamt und Kreispolizeibehörde. Von allen Beteiligten wurde es als sehr wichtig erachtet, dauerhaft auch drei unterschiedlichen Ebenen anzusetzen:

  1. Pragmatische Hilfestellung für die Eltern in Form von Elternabenden mit Unterstützung der Experten von Jugendamt, Polizei und auch Suchtberatung
  2. Direkte Arbeit mit den Schülern der Klasse 7 (evtl. 8) in Form von professionellbegleiteten Projekten (wie z. B. das Anti-Mobbing-Projekt in Klasse 6)
  3. Regelmäßiges Aufgreifen der Problematik im Unterricht (Fächer: Biologie, Religion, Fremdsprachen)

Zur Realisierung dieser Ziele fand im Herbst 2011 in einem ersten Schritt ein Elternabend statt, der mit nahezu 200 Teilnehmern sehr gut besucht war. Es wurden Kurzvorträge durch Experten von Polizei und Suchtberatung gehalten und die Ergebnisse der Fragebögen dargestellt. Als Handwerkszeug für den Umgang zuhause entwickelten die Eltern dann selbst in kleineren Gruppen eine Art „Orientierungsrahmen“. Hierbei zeigte sich auf breiter Ebene, dass die Vorstellungen der Eltern sehr eng beisammen lagen.

Die konkret ausgearbeiteten Ziele wurden im Nachgang zur Abendveranstaltung zusammen getragen und den Eltern der angesprochenen Klassen nochmals in Briefform zur Verfügung gestellt. Eine Übersicht zum Jugendschutzgesetz und die Kontaktdaten der Experten von Jugendamt, Polizei und Suchtberatung wurden ebenfalls beigefügt. Im konkreten Bedarfsfall ist damit die Elternschaft befähigt, sich an diesen eigens erarbeiteten Vorgaben zu orientieren und Regelungen und Absprachen zu treffen, die für alle Beteiligten eine kompromissfähige Lösung darstellen. Die Dateien dazu kann man sich unter der o.a. Adresse herunterladen.

Zur Realisierung der weiteren Ziele (Projektarbeit mit Schülern, Aufgreifen der Problematik im Unterricht) sollen zu Anfang des Jahres 2012 Gespräche mit  Vertrauenslehrern, der Schulleitung und evtl. in Frage kommenden Projektanbietern folgen.

Abschließend bleibt aus Sicht der Arbeitsgruppe ein großes Dankeschön auszusprechen an Schule und Schulleitung für eine engagierte Unterstützung in personeller, organisatorischer und auch räumlicher Form.

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