Drei Tage intensive Auseinandersetzung mit Information und Aufklärung
Organspende kann Leben retten – dennoch fällt es vielen Menschen schwer, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Um fundiertes Wissen zu vermitteln und eine eigene Meinungsbildung zu ermöglichen, beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe EF des Fürstenberg-Gymnasiums Recke im Rahmen eines dreitägigen Projekts intensiv mit den medizinischen, ethischen und persönlichen Aspekten der Organspende.
An den ersten beiden Projekttagen erarbeiteten die Jugendlichen gemeinsam mit den Lehrerinnen Alina Wassmann, Merle Kopmann und Paula Reichelt die medizinischen Grundlagen der Organspende und der Transplantationsmedizin. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Voraussetzungen einer Organentnahme, der Unterschied zwischen Hirntod und Koma sowie der Ablauf einer Organtransplantation. Darüber hinaus setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit rechtlichen und ethischen Fragestellungen auseinander und schufen so die Grundlage für eine fundierte persönliche Entscheidung.
Besonders eindrucksvoll waren die Erfahrungsberichte der Gäste. Petra Dahme berichtete, wie ihre Familie nach dem tödlichen Verkehrsunfall ihres Sohnes vor fünf Jahren der Organspende zustimmte. Beide Nieren, das Herz und die Lunge ihres Sohnes konnten anderen Menschen das Leben retten. Bewegend waren auch die Briefe der Organempfänger, aus denen sie vorlas. Eine Empfängerin berichtete, dass sie dank des gespendeten Herzens inzwischen selbst Mutter geworden sei.
Ebenso beeindruckte Kerstin Kösters (31), die bereits als einjähriges Kind durch Dr. Stertmann ein Spenderorgan erhielt. Sie schilderte offen ihren Alltag mit regelmäßigen Kontrollen und der lebenslangen Einnahme von Medikamenten.
Anschließend erläuterte Intensivmediziner Dr. Stertmann die medizinischen Hintergründe der Organspende, erklärte anschaulich den Unterschied zwischen Hirntod und Koma und beantwortete zahlreiche Fragen der Jugendlichen. Filmsequenzen über Organtransplantationen ergänzten die Vorträge.
Den Abschluss bildete eine von den Schülerinnen und Schülern gestaltete Talkshow. Auf Grundlage der erarbeiteten Inhalte diskutierten sie sachlich über die Vor- und Nachteile der Zustimmungs- und der Widerspruchsregelung. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Information und Aufklärung sind, damit jeder Mensch eine persönliche und gut informierte Entscheidung zur Organspende treffen kann.
Bildunterschrift: Alina Wassmann (v.l.), Kaja Schepers, Kerstin Kösters, Dr. Wilhelm-Alfred Stertmann, Petra Dahme, Paula Reichelt und Merle Kopmann.

