Preisverleihung bio-logisch! 2012Um die Zunge drehte sich der diesjährige Schülerwettbewerb „biologisch NRW“ für die Sekundarstufe I. Zu den Aufgaben gehörte es, die eigene Zunge zu fotografieren und zu zeichnen. Aber die Teilnehmer mussten auch Fasern von Zungenwurst in Essig einzulegen und genau untersuchen. Drei erfolgreichen Schülerinnen konnte der verantwortliche Lehrer, Dr. Rainer Eising, ihre Urkunden mit dem Vermerk „Mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“ überreichen. So hat Anna Maria Bergmann aus der Klasse 6 den 317. Platz bei 2522 Teilnehmern errungen. Sarah Bohne aus der jahrgangsstufe EF kam auf den 45. Rang bei 792 Einsendungen.

Ihre Schwester Sofia (Klasse 7) durfte als 12. von 2522 mit ihren Eltern nach Bonn reisen. Ein Vertreter des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW überreichte ihr die Urkunde und einen Buchpreis. Ein Wissenschaftlicher hielt vor den erfolgreichen Jungforschern einen Vortrag mit dem Thema "Die Zunge als Tausendsassa". Betreuerin der jungen Naturforscher war die Studentin der Universität Osnabrück, Franziska Quade, die als Schülerin selbst mehrfach am Wettbewerb „bio-logisch!“ teilgenommen hatte und Landespreisträgerin bei der Biologie-Olympiade 2006 mit dem Thema „Asseln“ war. Dr. Eising freut sich mit den erfolgreichen Schülerinnen und ist überzeugt, dass die Teilnahme an solchen Wettbewerben ein gutes Beispiel für die individuelle Förderung besonders interessierter Schüler und Schülerinnen ist.

Für die Schüler ab Klasse 9 gab es zusätzlich die Aufgabe, zu klären, ob sich die Fähigkeit des Zungenrollens beim Menschen erlernen lässt oder ob sie vererbt wird. Dazu mussten die jungen Naturwissenschaftlicher Fachleute befragen oder selbstständig Fachbücher wälzen. Dazu sollten sie einen Stammbaum der eigenen Familie erstellen, wie sich das Zungenrollen durch die Generationen vererbt hat. Vererben oder verlernen – das war die Frage.

Sarah und Sofia Bohne berichten von ihrer Wettbewerbsteilnahme:

Wie wir jedes Jahr wieder „auf den Geschmack kommen “ bei „bio-logisch“ mitzumachen, werden wir öfter gefragt. Aber ob es der Reiz, Neues zu erfahren ist, oder das allgemeine Interesse an Biologie lässt sich schwer sagen.

Jedes Jahr gibt es ein neues Thema beim Schülerwettbewerb „bio-logisch“, zu dem themenbezogene Aufgaben gestellt werden. Unsere Antworten auf die Fragen und unsere Ausarbeitungen schicken wir dann in schriftlicher Form und mit selbst angefertigten Grafiken, Fotos oder Skizzen ein.

Damit dies erfolgreich gelingt, mussten wir Versuche machen oder uns selber auszudenken, knifflige Fragen beantworten und Themen eigenständig recherchieren, die zum jeweiligen Thema des Wettbewerbs passen. Im diesem Jahr hieß dieses Thema „Auf den Geschmack gekommen“.

Deshalb bot es sich an, auch viele Selbstversuche durchzuführen. Beispielsweise überlegten wir uns einen Versuch, bei dem herausgefunden werden sollte, ob man Süßes oder Saures intensiver schmeckt. Um die Antwort zu erhalten, haben wir Essig und Zucker mit Wasser in verschiedenen Verhältnissen verdünnt. Nun mussten sowohl wir selbst als auch andere Versuchspersonen die unterschiedlichen Intensitäten des Geschmacks beschreiben. Der Versuch wurde danach noch einmal mit zugehaltener Nase wiederholt, um sich durch den Geruch nicht beirren zu lassen und schließlich in Form eines Versuchsprotokolls festgehalten. Eine etwas abstraktere Aufgabe war die, den Bezug zwischen diversen Sprichwörtern („Süßholzraspeln“, „sauer aufstoßen“ usw.) zur Biologie herzustellen. Auch das Mikroskopieren kam nicht zu kurz, denn in einer Aufgabe sollte ein Präparat der Zungenwurst erstellt und untersucht werden.

Nachdem wir alles erarbeitet und schriftlich festgehalten hatten, schickten wir unsere Ergebnisse ab.

Uns hat es auf jeden Fall viel Spaß gemacht beim diesem Wettbewerb mitzumachen, der am Ende auch noch mit Platz 45 (Sarah) und 12 (Sofia) der jeweiligen Altersgruppe, von insgesamt über 5000 Einsendungen, belohnt wurde. Sofia durfte somit sogar zu der Feierstunde mit Siegerehrung nach Bonn fahren und erhielt dort ihre Urkunde persönlich. Aber letztendlich kommt es nicht auf das Ansammeln von Urkunden an, sondern auf die eigene Erfahrung, die man aus so einem Wettbewerb als Gewinn mitnimmt.