G9

Großen Applaus gab es, als Schulleiter Michael Kamlage beim Informationsabend die Eltern der Viertklässler über die Rückkehr zu G9 informierte. Denn Kinder, die ab dem Sommer 2018 zum Fürstenberg-Gymnasium wechseln, machen ihr Abitur nun wieder nach neun Jahren.
Die bischöflichen Gymnasien – damit auch das Fürstenberg-Gymnasium in Recke – werden nach der Entscheidung des Schulträgers zu G9-Gymnasien. Damit werden im Grundsatz alle Regelungen gelten, die vom Ministerium in dieser Sache beschlossen werden. Was bereits für die G9-Laufbahn feststeht: Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums werden beim Übergang in die Oberstufe nach der zehnten Klasse den mittleren Schulabschluss haben. Die Sekundarstufe I (Klassen 5-10) wird mit 180 Unterrichtsstunden pro Woche in sechs Schuljahren als Halbtagsgymnasium geführt, wobei acht weitere Ergänzungsstunden in Form eines Förder- und Zusatzangebots vorgesehen sind. Über die genaue Stundentafel und das Einsetzen der zweiten Fremdsprache (Latein/Französisch ab Klasse 6 oder 7) ist bisher noch nicht entschieden worden. Formal starten die neuen Fünftklässler noch in G8, für sie wird aber das neue Gesetz zu G9 rückwirkend in Kraft gesetzt.

Kamlage

Die Umstellung von G8 auf G9 sieht Schulleiter Michael Kamlage weniger dramatisch: „Wir können gut G8 und wir können auch gut G9.“ In einem Interview mit der Ibbenbürener Volkszeitung stellte er klar: „Struktur hat keine Güte, und wir haben uns nie über die Schulzeit definiert.“ Damit Eltern von Unsicherheiten befreit würden und nun eine klare Entscheidung treffen könnten, wolle man sich von Anfang an klar positionieren. Was die Schule in der Zeit, in der Kinder und Jugendliche in der Schule sind, mache und wie man sie auch neben dem Unterricht durch die Schulzeit begleite, sei für die Qualität einer Schule entscheidend, nicht die Frage nach G8 oder G9. Offensichtlicher Vorteil von G9: Mehr Zeit und Ruhe. Für G9 braucht man andere Lehrpläne. „Man wird ja nicht die alten von vor zehn Jahren nehmen.“ Anstelle einer Ausweitung auf den alten Stand werde man über mehr und andere Übungsphasen und Vertiefungen nachdenken, aber auch über ein neues Fach wie Wirtschaft oder Verbraucherinformation. „Besonders aber könnten wir uns vorstellen, aus unserer besonderen Prägung heraus Angebote zu machen.“ Aber diejenigen, die noch nach acht Jahren ihr Abitur machen, „kommen genauso zu einem guten Schulabschluss und zu Bildung in der Breite wie diejenigen mit G9, betonte Kamlage. „Die G8-Schüler machen ganz in Ruhe zu Ende und werden genauso intensiv begleitet.“ Mit Blick auf die Schüler, die bereits nach G8 bereits ihr Abitur gemacht hatten, versicherte Kamlage, „dass wir sie guten Gewissens in die Welt schicken konnten.“ Weil Reifung nie abgeschlossen sei, müsse die Schule dafür sorgen, „dass sie sie die Grundlagen dafür haben, dass sie an sich selber weiter arbeiten können“ – egal ob nach G8 oder nach G9.
Im Sommer 2018 starten die neuen Fünftklässler ohne Nachmittagsunterricht, und sowieso wird sich der verpflichtende Fachunterricht am Nachmittag wegen der neuen Stundenvorgabe für die Sekundarstufe I (180+8) reduzieren. Darüber freuen sich nicht nur die Sportler in Vereinen, auch im stark nachgefragten FB-Ganztags-Angebot erwartet man einen Aufschwung.