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Fürstenberg-Gymnasium entlässt 97 Abiturienten, davon 20 aus Niedersachsen

„Vielleicht nehmen Sie dieses Gottvertrauen aus dieser Schule mit“, entließ Schulleiter Michael Kamlage voller Stolz die 97 Abiturienten des Fürstenberg-Gymnasiums in der Aula. Auch ehemalige Schüler der Realschule durften sich über die Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife freuen.
Zuvor hatten die Schüler, Eltern und Lehrer an einem ökumenischen Gottesdienst teilgenommen, der musikalisch gestaltet wurde durch den Chor der Q1 unter Leitung von Eva Bachmann. Pfarrerin Elke Böhne und Schulpfarrer Peter van Briel griffen den Kranich als Symbol der Jahrgangsstufe auf. In Erinnerung an ihre Wurzeln solle der Glaube den Abiturienten Flügel verleihen und Mut geben, zu neuen Horizonten zu kommen. Die Schülerinnen Mareike Keeve, Annika Deja und Tamy Ahrens riefen dazu auf, Träume Wirklichkeit werden zu lassen.
„Corona-Abi ist kein Mangel, sondern eine Auszeichnung“, stellte Reckes Bürgermeister Peter Vos heraus. Schließlich hätten die Fürstenberger in dieser Zeit vermutlich mehr gelernt als andere Jahrgänge. „Nehmt dieses alles mit als positiven Schub,“ wünschte Vos im Namen der Gemeinde.
Eine Krise sei auch immer eine Chance, unterstrich Cornelia Maag als Elternvertreterin und Schulpflegschaftsvorsitzende. Denn das erheblich höhere Maß an Selbstdisziplin und die besonderen Leistungen in Distanz mit zahlreichen Unberechenbarkeiten könne man sicherlich gut für den weiteren Lebensweg nutzen.
Stellvertretend für ihre Jahrgangsstufe unternahmen Insa Maag und Johannes Voß einen amüsanten Streifzug durch die Schulzeit angefangen bei der Klasse 5, „als die Welt noch in Ordnung war“, über die Englandfahrt in Klasse 7 bis hin zu coronabedingten Ausfällen von Abipartys, die mit den Abiturienten „einfach nur legendär geworden wären“. Nach Danksagungen an ihre Jahrgangsstufenleiter, Lehrer und Eltern blickten die jungen Erwachsenen in eine positive Zukunft mit neuen Freiheiten und mit der Hoffnung, dass nicht allzu schnell wieder eine globale Katastrophe wie die Coronapandemie ihr Leben ausbremsen werde.
„Sie haben Glück, die Welt ist für Sie am Fürstenberg-Gymnasium nicht untergangen und Sie verlassen Recke und machen sich auf den Weg zu neuen Offenbarungen“, griffen die Jahrgangsstufenleiter Pia-Maria Schweiker und Ralf Maria Wroblowski das Abimotto „Abikalypse“ auf. Neben erheiternden Anekdoten aus den Leistungskursen wünschten sie den Fürstenbergern im Auftrag des ehemaligen Stufenleiters Christian Kipp „Gottes Segen und den notwendigen Mut, auch mal die eingetretenen geistigen Trampelpfade zu verlassen.“ Besonderer Dank galt der Oberstufenkoordinatorin Ina Gronenberg, die den Jahrgangsstufenleitern „intensiv und kompetent“ beratend zur Seite gestanden habe.
Weil das vergangene Kalenderjahr mit unzähligen Entbehrungen für die Jahrgangsstufe Q2 verbunden gewesen sei, drückte Schulleiter Kamlage seine Hochachtung im Namen des gesamten Kollegiums aus. Die Abiturienten hätten nämlich „mit großer Disziplin gegen die Umstände angekämpft, die Nerven behalten in einer Welt, in der viel von Krankheit, Angst und Ungewissheit die Rede war, und die Prüfungen abgelegt.“ Von anderen unterscheide sich deshalb der Abiturjahrgang im „Erfahrungsreichtum im Umgang mit Krisen und abruptem Wandel“ und in der außerordentlichen Fähigkeit, „mit geschickter Anpassung Nischen und Problemlösungen zu finden.“
Bei der feierlichen Zeugnisübergabe freute sich Kamlage zusammen mit Gronenberg ebenso über besonders gute Leistungen: Als Jahrgangsbeste wurden Amelie Gerdemann und Tamy Ahrens mit einer Abiturnote von 1,1 ausgezeichnet, große Anerkennung gab es auch für Elias Lindemann, Gerrit Tietmeyer und Kiara Langelage (Notendurchschnitt 1,2). Ahrens und Tietmeyer nahmen zusammen mit Yannick Grahs, Jasemin Borggreve, Annika Deja, Kilian Lüttmann, Luca Otto, Yannik Pott und Marius Trame den Physiker-Preis entgegen. Für ihren engagierten Einsatz bekamen als Schülersprecher bekamen Carlos Schumacher und Jan-Michel Wessels eine Auszeichnung. Mit Urkunden des Landes NRW ehrte Lehrerin Pia Schweiker die „Schülerlehrer“ für ihr ehrenamtliches Engagement in der Seniorenschule „EULE“. Besondere Erwähnung fanden auch Kilian Lüttmann und Marvin Böggemann für ihre langjährige wie unermüdliche Tätigkeit im Technik-Team.


Bildunterschrift: Sie durften nach den neuen Corona-Regeln und mit negativen Testergebnissen am Abend noch richtig untereinander feiern – Die Abiturienten des Fürstenberg-Gymnasiums 2021.


Erstveröffentlichung am 21.06.2021 in der Ibbenbürener Zeitung


Fotos: Sophia Berkenheide / Johannes Leigers

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Drohne

Fürstenberg-Gymnasium entlässt 90 Abiturienten, davon 14 aus Niedersachsen

„Für Sie stand das Lernen unter schwierigen Bedingungen im Vordergrund immer verbunden auch mit der Sorge, dass sich jemand aus der Familie oder dem Bekanntenkreis ansteckt, ob die Arbeitsplätze der Eltern sicher sind, und vielen Unsicherheiten mehr, so dass sie sich zu Recht ‚reif für die Insel‘ fühlen,“ beschrieb Schulleiter Michael Kamlage die von Corona bestimmten Vorbereitungen auf die Abiturprüfung. In der festlich geschmückten und auf Abstand bestuhlten Aula der Fürstenbergschulen entließ er voller Stolz 90 erfolgreiche Abiturienten, darunter auch ehemalige Fürstenberg-Realschüler.
Im ökumenischen Gottesdienst führte Pfarrer Roland Wendland die wunderbare Unvollkommenheit des Menschen vor Augen, der sich mal wie ein Pinguin im Wasser, mal wie ein Pinguin an Land bewege. Trotz der Coronabeschränkungen gelang es den Musikern, dem Gottesdienst und der Entlasszeremonie feierlichen Charakter zu verleihen, gebührte doch dem Chor in diesem Jahr höchste Anerkennung, der geteilt und unter Einhaltung der Abstandsregeln gelungene Gesänge darbot.
Keine Abipartys, keine Mottowoche, kein letzter Schultag, keine Abishow, kein Abiball und auch keine Abifahrt – Trotz vieler Entbehrungen vergaßen Jahrgangsstufenleiter Eva Bachmann und Markus Streyl nicht, auf viele positive Effekte des Verzichts hinzuweisen wie keine Kopfschmerzen nach Partys oder eine neu gewonnene Selbstständigkeit. Unter den erschwerten Corona-Bedingungen hätten es die Abiturienten geschafft, Ruhe zu bewahren und die Abiturprüfungen fast „normal“ abzulegen. „Bleibt authentisch und lasst Euch nicht verbiegen, greift nach den Sternen, auch wenn nicht jeder ein Star werden kann,“ gaben die Jahrgangsstufenleiter abschließend mit auf den Weg.
„Wir haben eine tolle Schule, deren guter Ruf weit über die Gemeindegrenzen hinweg reicht,“ unterstrich Thomas Lüttmann als Elternvertreter und ehemaliger Schüler (Abi 1993) den besonderen Wert des Abiturs am Fürstenberg-Gymnasium, das Beständigkeit und Verlässlichkeit biete. „Geht in die Welt und zeigt Euch stolz, geprägt als Kämpfer gegen Corona, oder besser: fühlt Euch gekrönt! Nur Ihr seid ‚Der Corona-Jahrgang‘ und somit einzigartig!“ Die Schulpflegschaftsvorsitzende Cornelia Maag dankte ausdrücklich für die aktive Mitarbeit der Elternschaft.
Einzigartig dürfte auch der Einsatz der Schüler für die Gesellschaft sein, stellte Kamlage heraus. „Viele von Ihnen machen sich bei der Wiedereröffnung der Schule mehr Sorge um Eltern und Großeltern als um sich selbst.“, zeige doch die über Jugendverbände organisierte Nachbarschaftshilfe in der Corona-Krise große Solidarität mit Risikogruppen. „Sie jammern nicht, sondern werden aktiv.“
Von der Einschulung bis zu den Tagen religiöser Orientierung unternahmen die Schülervertreterinnen Ricarda Hülsmann und Marie Rählmann einen humorvollen Streifzug durch die Schulzeit, nicht ohne den Lehrern, Hausmeistern und insbesondere den Eltern zu danken. „Ohne Unterstützung auf unserer Reise hätten wir unser Ziel nie erreichen können,“ gestanden sie zugleich, ein etwas chaotischer Jahrgang gewesen zu sein. Für Erheiterung sorgten ebenso die Verse des Schülerdichters „Don Etienne“.
Reckes Bürgermeister Eckhard Kellermeier würdigte das verantwortungsvolle Handeln der Schüler in Zeiten von Isolation und Quarantäne. In ihrer Schullaufbahn am Fürstenberg-Gymnasium hätten die Abiturienten das Denken verinnerlicht und seien mit der bestandenen Prüfung „reif für die nächsten Schritte hin zu einem selbstbestimmten Erwachsenenleben.“
Bei der Zeugnisübergabe auf Distanz freute sich Michael Kamlage zusammen mit der Oberstufenkoordinatorin Ina Gronenberg ebenso über besonders gute Leistungen: Als Jahrgangsbeste wurden Florian Cramer (Abiturnote 1,0), Jan Nagelschmitz (1,1) und Nele Eggers (1,2) ausgezeichnet. Eggers und Cramer erhielten zusätzlich mit Arne Üffing den Physiker-Preis. Geehrt wurden auch die Schülerlehrer der Seniorenschule „EULE“.

Bildunterschrift: Aus luftiger Höhe – Mithilfe einer Drohne und unter Einhaltung der Abstandregeln konnten alle 90 Abiturienten des Fürstenberg-Gymnasiums mit auf’s Foto. Einzelne Bilder mit den Leistungskursen sind zu finden in der Fotogalerie.

Fotogalerie Abitur 2020

Erstveröffentlichung am 22.06.2020 in der Ibbenbürener Volkszeitung