Organspende

Um zentralen Fragen zur Organspende auf den Grund zu gehen, hatte die Fachschaft Biologie vier außerschulische Experten zu einer besonderen Biologiestunde für die Jahrgangsstufe EF in die Schule eingeladen (siehe Foto v.l.): Natalie Rieke aus Berlin (nierentransplantiert), Dr. Rita Bosbach aus Recke (Ärztin)  sowie das Ehepaar Anni und Rolf Steinbuß aus Spelle (Herr Steinbuß hatte eine Niere von seiner Frau transplantiert bekommen). Beeindruckend von den ganz individuellen und persönlichen Lebensgeschichten zeichnete sich in zahlreichen Statements der Schüler eine deutliche Tendenz zur Bereitschaft ab, im Falle des eigenen Hirntodes Organe zu spenden:

„Ich würde meine Organe zum jetzigen Zeitpunkt spenden, da ich anderen Menschen helfen kann, die sonst sterben würden. Desweiteren ist man ja eh tot und braucht daher die Organe nicht.“


„Ich würde meine Organe spenden, weil ich sie, wenn ich tot bin, eh nicht mehr brauche und ich damit einem anderen Menschen eine zweite Chance zum Leben geben würde.“

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„Es gibt immer zwei Seiten, sich so etwas anzugucken: Einerseits habe ich Respekt davor, weil man auch Negatives darüber gehört hat, dass z.B. Werte gefälscht werden. Andererseits finde ich, dass es sehr gut ist, dass es so etwas gibt, da (manche) Menschen eine zweite Chance verdient haben, und wenn man tot ist, es einem eigentlich egal sein sollte, da man tot ist. Ich würde im Moment meine Organe spenden, aber bei Herz bin ich mir nicht so sicher, obwohl es (fast) das Wichtigste ist. Meine Haut und Netzhaut möchte ich nicht spenden, da es nicht schön aussieht für die Familie und ich mir noch keine Gedanken über meine Beerdigung gemacht habe.“


„Ich würde meine Organe (bis auf die Augen) spenden, weil ich gerne anderen Menschen helfe, die eine Organtransplantation benötigen. Meine Augen allerdings nicht, weil ich finde, dass die einfach zu mir gehören und ich dadurch mein ganzes Leben gesehen habe.“

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„Ich spende meine Organe nicht, da ich den Gedanken komisch finde, dass mein Körper weiter am ‚Leben‘ gehalten wird, obwohl ich eigentlich schon tot bin.“


„Ich spende meine Organe, weil ich damit Menschen Leben schenken kann.“


„Ich denke, ich würde meine Organe spenden. Sie können anderen Menschen das Leben retten und ihnen ein normaleres Leben ermöglichen, als wenn sie zum Beispiel immer wieder zur Dialyse müssen. Was soll ich denn noch mit den Organen, wenn ich tot bin? Sie würden mit meinem restlichen Körper in der Erde verwesen. – Andererseits: Wie sieht mein Körper aus, wenn mir Organe entnommen wurden? Würde man das sehen, wenn ich im Sarg liege?“

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„Ich würde nur einen Teil meiner Organe (z.B. Herz, Leber, Niere…) spenden, aber nicht Gewebe wie Haut usw., da ich die Vorstellung etwas komisch finde. Bei einem Unfall würde ich wollen, dass meine Eltern darüber entscheiden dürfen.“


„Ich möchte meine Organe spenden, wenn ich tot bin, weil ich sie dann nicht mehr brauche und ich somit das Leben eines anderen, der ein Organ benötigt, retten kann. Somit wäre ich wenigstens nicht ‚umsonst‘ gestorben, sondern kann noch etwas Gutes tun. Mein Herz möchte ich aber nicht spenden.“


„Ich würde meine Organe spenden, weil ich so anderen Menschen helfen könnte. Wenn ich ein Organ bräuchte, wäre ich ja auch glücklich über jemanden, der sich freiwillig gemeldet hat bzw. sich bereit erklärt hat.“


„Ich weiß nicht, ob ich meine Organe spenden würde, weil es eine schwere Entscheidung ist und ich gerade nicht in so einer Situation bin. Außerdem bin ich mir unsicher, weil bei den OP’s auch alles gut laufen muss, und wenn man später feststellt, dass der Körper ohne das gespendete Organ doch nicht mehr so arbeiten kann wie vorher, ist dies schon ein großes Risiko. Doch wenn es lebensnotwendig ist, würde ich es – glaube ich – machen.“


„Ich spende meine Organe, weil es wichtig ist, Menschen zu helfen und denjenigen, die auf eine Chance zum Weiterleben warten, eine zu geben.“


Fotos: Medienwerkstatt