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Fürstenberg-Gymnasium entlässt 107 Abiturienten, davon 19 aus Niedersachsen

„Erwachsenwerden ist die größte Sache, die sich überhaupt jemals jemand ausgedacht hat.“ Schließlich könne man gar nicht erwachsen genug sein. Mit diesem Zitat und Zuspruch beendete Schulleiter Michael Kamlage am vergangenen Samstag seine Festrede zur Entlassung der Abiturienten in der festlich geschmückten Aula der Fürstenbergschulen. Er gratulierte den 107 erfolgreichen Abiturienten und deren Eltern. Über die Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife freuten sich auch ehemalige Schüler der Fürstenberg-Realschule.
Zuvor hatten alle Mitfeiernden an einem ökumenischen Gottesdienst teilgenommen. „Sei du selbst!“, hatten sich die Abiturienten als Thema gewünscht. Zusammen mit Schulpfarrer Peter van Briel rief Pfarrerin Elke Böhne die Absolventen dazu auf, sich ihrer selbst erst bewusst zu werden in Beziehungen, als Licht und Salz der Erde und schließlich auch als Gottes Kind mit all seinen Gaben. Gleich mehrere Schulensembles unter der Leitung von Eva und Hans-Joachim Bachmann sorgten in beiden Teilen der Feierlichkeiten für musikalische Unterhaltung mit Liedern wie „Love my life“.
Das Abimotto „Circus Abigalli“ nutzte Schulleiter Kamlage, um Parallelen zwischen einem Zirkus und der Schullaufbahn der Abiturienten zu ziehen, angefangen beim Flohzirkus bis hin zu einer respektablen Zirkusmannschaft aus Artisten mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten. „Letztlich werden Sie aber heute für Ihr Durchhaltevermögen, für Ihren persönlichen Einsatz und für Ihren Fleiß belohnt, und sie werden es als sehr beglückend erleben, dass sich so viele Menschen mit Ihnen freuen.“ In einer „sich wahrscheinlich dramatisch verändernden Welt“ ermutigte Kamlage die Abiturienten dazu, Verantwortung zu übernehmen, weil sie eine Quelle von Selbstwert und Selbstvertrauen bedeute.
„Die Wirtschaft wartet auf Sie“, prognostizierte Reckes Bürgermeister Eckhard Kellermeier den jungen Erwachsenen eine vielversprechende Zukunft in modernen Arbeitswelten. Politisch aktiv zu sein, sich einzumischen und Demokratie mitzugestalten, legte Kellermeier den Abiturienten nahe. Schließlich hätten sie am Fürstenberg-Gymnasium ein gutes Rüstzeug bekommen.
Als ehemaliger Schüler und Elternvertreter dankte Michael Wessels den Lehrern wohlwissend, dass es im „Zeitalter von Smartphone und Social Media nicht einfacher geworden ist, Schüler zu unterrichten.“ Sich nicht auf die faule Haut zu legen, sondern den eigenen Weg konsequent weiter zu gehen in Respekt gegenüber anderen, lautete Wessels Appell an die Absolventen.
Humorvoll blickte Schülersprecher Timo Üffing auf lustige wie gesellige zwölf Jahre Schulzeit zurück. Ein „super Zusammenhalt“ habe die „geile Truppe“ gekennzeichnet, deren Dank er den Eltern, Lehrern und Jahrgangsstufenleitern aussprach. „Raus aus der Manege des Wahnsinns und rein in die richtige und ernste Welt, in der man auch Spaß haben kann und soll,“ schaute Üffing in die Zukunft.
Stolz waren auch die Jahrgangsstufenleiter Markus Streyl und Ralf Wroblowski, ganz egal, ob ihre Schüler einen Abiturdurchschnitt von 1,0 oder 3,6 oder statt der allgemeinen die Fachholschulreife erlangt hätten. „Sie haben keine Wahl: Heute bzw. spätestens morgen früh müssen Sie diese Wahnsinns-Manege am Fürstenberg-Gymnasium in Recke tatsächlich verlassen.“ Mit dem Abiturzeugnis in der Tasche warte der nächste Zirkus. Für die Verwirklichung ihrer Zukunftspläne wünschten die Lehrer ihren Schülern Motivation und Durchhaltevermögen.

Bei der feierlichen Zeugnisübergabe freute sich Michael Kamlage zusammen mit der Oberstufenkoordinatorin Ina Gronenberg über besonders gute Leistungen: Als Jahrgangsbeste wurden Benjamin Buterus, Richard Schlüter mit einer Abiturnote von 1,0 und Felix Wessels und Jan Dresselhaus mit einer Durchschnittsnote von 1,1 ausgezeichnet. Buterus und Dresselhaus nahmen zusätzlich den Physiker-Preis entgegen. Mia Wiesmann erhielt für besondere Leistungen im Fach Geschichte den Historiker-Preis. Für ihren engagierten Einsatz als Schülersprecher bekamen Timo Üffing und Marie Wiesmann ebenso eine Auszeichnung wie Anna-Maria Bergmann und Judith Schindler für ihr außerordentliches Engagement im Robin-Hope-Team. Mit Urkunden des Landes NRW ehrte Lehrerin Pia-Maria Schweiker die „Schülerlehrer“ für ehrenamtliches Engagement in der Seniorenschule „EULE“. Hohe Anerkennung für ihren langjährigen Einsatz im Technik-Team gab es auch für Simon Stricker und Jannis Kaup.
Erstveröffentlichung am 01.07.2019 in der Ibbenbürener Volkszeitung

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